DGA Aktuell

Tätigkeitsbericht für die Jahre 1997-1998

Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung für die Jahre 1997 und 1998

Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung für die Jahre 1997 und 1998

1 Allgemeine Entwicklung der Gesellschaft

Unsere Gesellschaft versteht sich als wissenschaftliche Gesellschaft,

  • die nicht nur wissenschaftliche Studien über das gegenwärtige Asien fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit über Asien informieren will;
  • die nicht nur Asienwissenschaftler in ihrer Arbeit unterstützen und wissenschaftliche Kontakte über Fächergrenzen hinweg herstellen, sondern auch Arbeitsbeziehungen in die Bereiche der Politik, Wirtschaft und Kultur hinein entwickeln helfen will.

Die Entwicklung und das Wirken unserer Gesellschaft ist damit sowohl von den Entwicklungen in Asien selbst und ihrer Rezeption in der deutschen Öffentlichkeit als auch von den Entwicklungen im Bereich der Asienwissenschaften bzw. der Wissenschaften allgemein beeinflusst. Asien als Region stand auch in den letzten beiden Jahr im Blickpunkt der deutschen Öffentlichkeit, wenn auch durch die „Asienkrise“ der Mythos eines kommenden asiatisch-pazifischen Jahrhunderts einer nüchternen Betrachtungsweise weichen musste. Das Interesse an verlässlichen und wissenschaftlich abgesicherten Informationen — auch die Geschäftsstelle der DGA ist immer wieder kontaktiert worden und hat verschiedentlich kompetente Gesprächspartner für Medien und andere Interessierte vermitteln können — steht dabei in deutlichem Widerspruch zur institutionellen Bedrohung asienwissenschaftlicher Forschung und Lehre an den Hochschulen, die unsere Fächer mit anderen „kleinen Fächern“ teilt. Nicht zuletzt dieser Widerspruch zwischen dem gestiegenen Bedarf an regionalspezifischem Wissen und dem drohenden Abbau entsprechender Kapazitäten hat zu verschiedenen Initiativen zur Selbstreflexion und Standortbestimmung beigetragen:

  • Eine dieser Initiativen hat die DGA selbst gestartet. Ich erinnere an die Podiumsdiskussionen während der letzten beiden Mitgliederversammlungen: vor vier Jahren zum Thema „Braucht die deutsche Wirtschaft die Asienwissenschaften?“, vor zwei Jahren zum Thema „Die deutschen Asienwissenschaften an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“. Elf Professorinnen und Professoren diskutierten aus der Sicht aller asienwissenschaftlichen Teilbereiche über gegenwärtige Probleme und mögliche Perspektiven. Die Ergebnisse wurden vom Geschäftsführer zu einer Standortbestimmung zusammengefasst und in ASIEN zur weiteren Diskussion veröffentlicht.
  • An einer weiteren Initiative war die DGA durch ihren Geschäftsführer beteiligt. Finanziert vom BMBF hat das Institut für Asienkunde von Anja Osiander und Ole Döring eine Studie zu Forschungsansätzen hinsichtlich kultureller Werte und zur institutionellen Lage der Ostasienforschung durchführen lassen; die Ergebnisse und daraus hervorgehende Empfehlungen zur Förderung der Ostasienwissenschaften wurden auf einem Workshop mit Vertretern der Fächer, aber auch aus Politik und Wirtschaft diskutiert und dann in überarbeiteter Form veröffentlicht.
  • Die Deutsche Vereinigung für Chinastudien (DVCS) hat Ende 1997 auf ihrer Jahrestagung über Geschichte, Personen und Perspektiven der deutschen Chinawissenschaften diskutiert und die Beiträge in einem Sammelband von Christiane Hammer und Prof. Helmut Martin veröffentlicht.
  • Die Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) hat auf ihrer letzten Jahrestagung eine Standortbestimmung vorgenommen. U.a. auf der Grundlage des einleitenden Vortrages von Prof. Gesine Foljanty-Jost soll nun eine Agenda erarbeitet werden, die sich die VSJF als Perspektive ihrer Arbeit geben möchte.
  • Weiter erwähnen möchte ich noch die Reimers-Konferenzen, die u.a. zu einer Veröffentlichung der Prof. Michael Lackner und Michael Werner zum „cultural turn in den Humanwissenschaften. Area Studies im Auf- oder Abwind des Kulturalismus?“ geführt haben, die äußerst wertvolle Anregungen zur weiteren Debatte gibt, da sie wissenschaftstheoretische Entwicklungen in die Analyse mit einbezieht.

Lassen Sie mich vor diesem Hintergrund in groben Zügen die Entwicklung unserer Organisation aufzeigen und über die Arbeit der DGA berichten. Da ein entscheidendes Instrument unseres Wirkens die Herausgabe der Zeitschrift ASIEN ist, möchte ich dabei — im Unterschied zu vorhergehenden Mitgliederversammlungen — Teile des „Berichts der Redaktion ASIEN“ in die Betrachtung einbeziehen. Ich habe mich dazu entschlossen, weil ich meine, dass sowohl die geleistete Arbeit als auch vor allem die in Zukunft zu leistende im Mittelpunkt unserer Diskussion stehen sollte. Die Notwendigkeit einer Institution, die Informationen und Initiativen aus allen asienwissenschaftlichen Teilbereichen aufgreifen und verbreiten, bereichsübergreifende Kontakte fördern und den Transfer in die Praxis verbessern kann, ist von allen, die an oben genannten Debatten beteiligt werden, betont worden. Für diese Aufgabe scheint mir für die gegenwartsbezogenen Asienwissenschaften gerade die DGA geeignet:

  • Sie vereinigt Wissenschaftler aller Fachgebiete.
  • Sie steht nicht in Konkurrenz zu anderen Gesellschaften, auch nicht zu denen der „traditionellen“ Asienwissenschaftler.
  • Sie versteht sich seit langem als eine für die Arbeit der einzelnen Asienwissenschaftler förderliche „Informationsbörse“ und verfügt mit der Zeitschrift ASIEN über ein Medium, das über alle Fachgrenzen hinweg große Verbreitung gefunden hat.
  • Sie greift auf ihren Tagungen und Podiumsdiskussion stets Themen auf, die für alle asienwissenschaftlichen Gebiete von Belang sind.
  • Da sie außerdem auch Vertreter aus den Bereichen Politik und Wirtschaft zu ihren Mitgliedern zählt, ist sie geeignet, den Transfer von der Wissenschaft in die Praxis zu fördern.

Was haben wir nun in dieser Richtung getan? Wie hat die DGA als wissenschaftliche Fachgesellschaft gearbeitet?

2 Mitgliederentwicklung

Ein wesentlicher Faktor bei der Erfüllung der genannten Aufgaben ist zunächst die Entwicklung der Gesellschaft selbst. Die Zahl der Mitglieder ist von 1993 an erstmals seit Ende der 80er Jahre wieder gestiegen, und zwar von 463 auf 579 im Jahre 1996. Seitdem ist die Zahl stabil, was ich durchaus als Erfolg, wenn auch nicht als ausreichend betrachten würde. Ein wesentlicher Faktor dieses Anstiegs war die zunehmende Zahl studentischer Mitglieder: Sie stieg im gleichen Zeitraum von 1993-1996 um 100% von 84 auf 175. Derzeit liegt sie bei 165, wobei die Fluktuation unter den studentischen Mitglieder hoch ist. Mit scheint, dass in diesem Bereich, vor allem aber unter wissenschaftlichen Mitarbeitern noch viel mehr Mitglieder gewonnen werden könnten. DGA_MV_1998_Taetigkeitsbericht_1997-1998_Mitgliederentwicklung

3 Aufgabenbereiche der DGA

Zu den Aufgaben einer wissenschaftlichen Gesellschaft gehört es,

  • zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beizutragen,
  • zur Intensivierung des fachwissenschaftlichen Diskurses beizutragen und ihre Mitglieder durch Aufbereitung entsprechender Informationen an der fachlichen Entwicklung im eigenen und in benachbarten Fächern teilhaben lassen (durch Tagungen, Literaturanalysen und Konferenzberichte),
  • neuere Forschungsthemen, -projekte und -ergebnisse zur Diskussion zu stellen,
  • ein Forum für den Informationsaustausch zu bieten,
  • die nationale und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit durch Sammlung und Verbreitung entsprechender Informationen (z.B. Fördermöglichkeiten) verbessern zu helfen,
  • die Kontakte zu anderen Wissenschaftlervereinigungen zu intensivieren und die Vertretung nach außen verbessern (z.B. durch die Abstimmung und Zusammenarbeit mit Wissenschaftsorganisationen).

3.1 Nachwuchsförderung

Für die Mitgliedschaft in der DGA ist kein akademischer Abschluss erforderlich, wie in manchen anderen wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Dies kann an sich schon als Fördermaßnahme begriffen werden, ermöglicht es doch dem Nachwuchs, sich in die „Gemeinschaft der Wissenschaftler“ einzubringen. Darüber hinaus bemühen wir uns, durch entsprechende Informationen in ASIEN zur Entwicklung des Nachwuchses beizutragen. Z.B.

  • informieren wir regelmäßig über die Lehrveranstaltungen und Studiengänge.
  • Oliver Wack hat für uns die Stipendien- und Praktikumsmöglichkeiten für China zusammengestellt; schon früher haben wir entsprechende Informationen zu Japan vom JDZB abgedruckt.
  • Auch drucken wir die Themen von Diplom-, Magister- und Promotionsarbeiten ab, soweit sie uns von den Seminaren bekannt gemacht werden und der Platz es erlaubt. Hervorheben möchte ich den Beitrag von Helmut Martin und Karin Schalber über asienwissenschaftliche Magisterarbeiten der Uni Bochum von 1982-97.
  • In drei Beiträgen haben wir die Berufsperspektive von Asienwissenschaftlern in den Blick genommen: Hans Stumpfeldt und Ruth Cremerius fragten nach dem Verbleib Hamburger Sinologen, Karin Hörner nach dem von Orientalisten; Sylvia Münch beleuchtete das Thema aus der Sicht eines Unternehmens.
  • Und nicht zuletzt stellen wir mit ASIEN ein Publikationsforum zur Verfügung. Dennoch könnte in diesem Bereich sicherlich noch mehr erfolgen, dann allerdings müssten sich über die Geschäftsstelle hinaus z.B. auch die wissenschaftlichen Beiräte oder auch die übrigen Wissenschaftler in der Gesellschaft engagieren. Eine Möglichkeit dazu bietet z.B. eine Nachwuchswissenschaftler-Tagung, die dieses Jahr erstmals von Frau Dr. Wacker und Christoph Müller-Hofstede im Ost-West-Kolleg organisiert wurde und an deren Organisation sich künftig auch die DGA beteiligen wird.

3.2 Förderung des fachwissenschaftlichen Diskurses

Genuine Aufgabe einer Fachgesellschaft ist, die Mitglieder am der fachlichen Entwicklung im eigenen und in benachbarten Fächern teilhaben zu lassen. Darum hat sich die Geschäftsstelle auf verschiedenen Wegen bemüht:

  • An erster Stelle ist hier natürlich wieder die Zeitschrift ASIEN zu nennen, deren Qualität zu verbessern wir uns weiter bemüht haben. Ein Blick auf die Autorenliste eines jeden Heftes zeigt den großen Kreis der einbezogenen Wissenschaftler.
  • So haben wir in den letzten Jahren nicht nur — wie bisher üblich — eingereichte und begutachtete Beiträge publiziert, sondern auch erstmals Heft nach inhaltlichen Schwerpunkten gestaltet. So erschien das Januarheft 1999 mit dem Schwerpunkt „Asienkrise“ und das gerade erschienene Aprilheft greift wissenschaftstheoretische Fragestellungen (Kulturrelativismus vs. Universalismus) auf.

Um dieses Mittel des Schwerpunktheftes besser nutzen zu können, z.B. für wissenschaftliche Kontakte und Diskurse oder auch für den Transfer von Ergebnissen in die Praxis, hat der Vorstand beschlossen, ca. einmal pro Jahr einen Guesteditor zu gewinnen. Erstmals wird daher das Juli-Heft 1999 von Dr. Jörn Dosch als Guest-editor gestaltet. Er hat fünf Referenten der letzten EUROSEAS-Tagung gewinnen können, ihre Beiträge ASIEN zur Verfügung zu stellen. Für das nächste Jahr hat sich Prof. Werner Pascha angeboten, ein Heft zu gestalten, das sich mit wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Japan- und Wirtschaftswissenschaften befassen soll.

  • Über fachliche Entwicklungen informieren darüber hinaus natürlich auch die erwähnten Auflistungen der Lehrveranstaltungen, die von Vivian Kraus und Miriam Friedrichs betreut werden.
  • Zu nennen sind weiter vor allem Konferenzberichte, Buchrezensionen und Projektberichte — Informationen, die von der Redaktion aktiv gesammelt werden und bewusst einen breiten Rahmen in der Zeitschrift einnehmen. Um mehr Informationen bieten zu können, achten wir seit der letzten Mitgliederversammlung sehr auf Prägnanz und Kürze. Zunächst Uwe Kotzel und jetzt Carsten Krause hat sich hier sehr engagiert.
  • Als Hilfestellung für die Asienwissenschaftler, die zur Wahrung wissenschaftlicher Qualitätsstandards aufgefordert sind, hat Uwe Kotzel vom Institut für Asienkunde für die Redaktion eine Zusammenstellung von referierten Zeitschriften erstellt, die inzwischen auch vom NIAS in Kopenhagen in NIAS-Nytt nachgedruckt wurde. Wir selbst suchen die Qualität von ASIEN durch die Begutachtung der Artikel durch Mitglieder unserer Beiräte zu gewährleisten und werden hier in Zukunft noch mehr auf einheitliche Begutachtung achten.

Neben der Zeitschrift ASIEN spielen für den fachwissenschaftlichen Diskurs Tagungen eine wichtige Rolle.

  • Zu nennen sind hier natürlich zuerst unsere eigenen Tagungen, die wir alle zwei Jahre im Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung durchführen. Dabei bemühen wir uns stets, Themen zu finden, die erstens aktuell sind, zweitens ganz Asien betreffen, und drittens über die Asienwissenschaftler hinaus auch andere an Asien interessierte ansprechen. Vor zwei Jahren hatten wir das Thema „Wirtschaftswachstum und Umwelt in Asien“ gewählt, in diesem Jahr „Politik und Kultur in Asien“. Die Tagungen sind mit jeweils ca. 100 Teilnehmern gut besucht.
  • Darüber hinaus lädt die DGA ihre Mitglieder in den Jahren zwischen den Mitgliederversammlungen zur Tagung des Instituts für Asienkunde und des Arbeitskreises für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation über den süd- und ostasiatischen Raum (AGDA) ein, die 1998 — bereits zum dritten Mal — unter der Schirmherrschaft des Asien-Pazifik-Ausschusses die wirtschaftliche Entwicklung in Asien zum Gegenstand hatte.
  • Sicherlich wäre die Beteiligung der DGA auch an anderen Tagungen möglich, die Initiative dazu müsste allerdings von den Mitgliedern ausgehen, die in den Instituten und an Seminaren Tagungen planen.

3.3 Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs

Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist die Gesellschaft bisher nur in geringem Maße aktiv geworden.

  • So wurden Kontakte zum IIAS in Leiden und zum NIAS in Kopenhagen vom stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Draguhn vor allem im Rahmen der Zusammenarbeit des Instituts für Asienkunde mit diesen Institutionen mit gepflegt und haben z.B. zu einem Vortrag des Geschäftsführers in Kopenhagen über die Situation der deutschen Asienwissenschaften geführt.
  • Daneben sind Bemühungen um mehr englischsprachige Aufsätze in ASIEN sowie die Aufstellungen über referierte Publikationsorgane und Stipendienprogramme zu nennen. Denkbar wäre hier — soweit Mittel vorhanden wären — z.B. die Ausweitung der Informationstätigkeit auf internationale Förderprogramme sowie Kooperationsprojekte mit Partnern in Asien.
  • Um den deutschen Asienwissenschaftler die Möglichkeit zu geben, sich gegenüber der internationalen scientific community mit ihren Arbeitsschwerpunkten, Projekten und Veröffentlichungen zu präsentieren, beteiligt sich die DGA gemeinsam mit dem Institut für Asienkunde, das die Kosten trägt, am Aufbau der Datenbank AccessAsia: A Guide to Specialists and Current Research, die inzwischen online nutzbar ist. In die Datei aufgenommen werden kann jeder, der eine asienbezogene Lehr-, Forschungs- oder Beratungstätigkeit ausübt, beruflich im Bereich Asien (Politik, Wirtschaft, Medien) tätig ist oder Veröffentlichungen über Asien vorzuweisen hat. Mit Hilfe von Anzeigen und eines Schreibens an alle Mitglieder wurde für die Aufnahme in die Datenbank geworben. Bisher sind aus Deutschland knapp 250 Einträge vorhanden, die derzeit auf den neuesten Stand gebracht werden.

3.4 Vertretung des Faches

Die Vertretung des Faches gegenüber der Öffentlichkeit erfolgt durch DGA derzeit noch nicht systematisch, erste Ansätze können sicherlich noch ausgebaut werden:

  • Zunächst einmal haben wir angefangen, die quantitativen Informationen zur institutionellen Lage der Asienwissenschaften systematischer auszuwerten. Sonja Banze sei hier für ihr großes Engagement gedankt; auf Interesse stieß auch ihr Beitrag über asiatische Studenten in Deutschland.
  • Die Geschäftsführung der DGA nimmt regelmäßig an den Sitzungen des Arbeitskreises für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation über den süd- und ostasiatischen Raum (AGDA) teil und bereitet dessen wissenschaftliche Tagungen mit vor. Auf der AGDA-Sitzung wurde auch das Thema der jetzigen wissenschaftlichen Tagung vorgeschlagen.
  • Erwähnen möchte ich kurz die Intensivkurse für Chinesisch und Japanisch an der Universität Hamburg, an deren Durchführung sich die DGA beteiligt. Mit ihnen ist auch ein kleines Fenster des Wissenstransfers in die Praxis geöffnet.
  • Die Geschäftsführung war in der Endphase in die Erstellung des erwähnten Gutachtens zu den Ostasienwissenschaften (Osiander/Döring) beratend einbezogen. Auch wurden für ASIEN erstellte Auswertungen zur institutionellen Lage der Asienwissenschaften vom Bildungsministerium und der Hochschulrektorenkonferenz angefordert. Nicht zuletzt wurde der Geschäftsführer von der DVCS zum gleichen Thema als Referent eingeladen; einer Einladung der VSJF konnte er aus Zeitgründen leider nicht folgen und wurde von Dr. Patrick Köllner vom Institut für Asienkunde vertreten.
  • Eine ganze Reihe von Mitgliedern der DGA ist außerdem in anderen, regional- oder länderspezifischen Gesellschaften tätig. Diese Entwicklung kann und will die DGA nicht zurückdrehen, vielmehr sieht sie es als ihre Aufgabe an, die Kontakte über die Fachgrenzen hinaus herzustellen und zu verbessern. Darum wurde auf Anregung von Prof. Teichler ein Sonderteil in ASIEN eingerichtet, in dem über die Verfasstheit und die Aktivitäten dieser Gesellschaften berichtet wird. Um auch Kontakte zu den sog. methodischen Disziplinen herzustellen, hat Prof. Pascha vorgeschlagen, eine Ausgabe von Asien dem Problemfeld „Asienstudien und Wirtschaftswissenschaft“ zu widmen, die er als guest editor betreuen wird.
  • Besonders hervorzuheben ist schließlich die Kooperation mit der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG), die es nun schon zum zweiten Mal ermöglicht hat, Gutachter aus dem Kreis gegenwartsbezogen arbeitender Asienwissenschaftler für die DFG zu benennen.

4 Ausblick

Die Möglichkeiten für die DGA, ihr Profil als wissenschaftliche Gesellschaft für alle Bereiche der gegenwartsbezogenen Asienwissenschaften zu schärfen, sind ebenso gewachsen wie die Herausforderungen dazu. Die vorhergehenden Ausführungen zeigen, dass wir in diesem Sinne bereits einiges geleistet haben. Allerdings — das sei hier äußerst kritisch und mit vergleichendem Blick auf andere Gesellschaften bemerkt — beruht dies bisher hauptsächlich auf Aktivitäten der Geschäftsstelle. Wenn die DGA künftig stärker als wissenschaftliche Fachgesellschaft fungieren will, so hängt dies vor allem von drei Bedingungen ab:

  • vom repräsentierten fachlichen Spektrum und vom Organisationsgrad, d.h. von der Gewinnung weiterer Mitglieder aus allen Bereichen der Asienwissenschaften, am besten durch die Mitglieder selbst.
  • von den Aktivitäten unserer Gremien, d.h. z.B. von den wissenschaftlichen Beiräten.
  • und nicht zuletzt von den finanziellen Möglichkeiten.

Für die Geschäftsstelle, d.h. für den Geschäftsführer und bis zu drei studentische Hilfskräfte, stehen derzeit Personalmittel in Höhe von vier (!) Monatsgehältern zur Verfügung. Wenn wir unsere Aktivitäten steigern wollen, müssen alle Mitglieder aktiver werden. Der nächste Vorstand wird sich in diesem Sinne lohnenden Aufgaben gegenüber sehen.

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