DGA Aktuell

Tätigkeitsbericht für die Jahre 2005-2006

Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung für die Jahre Juli 2005 bis Dezember 2006

Präambel

In diesem Jahr 2007 besteht die DGA 40 Jahre und hat ihr Wachstumspotenzial in jeglicher Hinsicht (internationale wissenschaftliche Profilierung und Vernetzung, Publikation englischsprachiger Spitzenbeiträge und Steigerung der Mitgliedszahlen sowie stärkere Öffentlichkeitsarbeit, bessere Außendarstellung und erhöhtes Sponsoring, Ausweitung der Arbeitskreise etc.) noch lange nicht ausgeschöpft. Seit 6. März 1967 hat sich die DGA zweimal umfirmiert; eine umfassende Geschichte der DGA, verfasst von Dr. Werner Draguhn, findet sich in ASIEN 60 (Juli 1996) und unter http://www.asienkunde.de/geschichte/index.html.

1 Allgemeine Entwicklung der Gesellschaft

Unsere Gesellschaft versteht sich als wissenschaftliche Gesellschaft,

  • die nicht nur wissenschaftliche Studien über das gegenwärtige Asien fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit über Asien informieren will;
  • die nicht nur AsienwissenschaftlerInnen in ihrer Arbeit unterstützen und wissenschaftliche Kontakte über Fächergrenzen hinweg ermöglichen, sondern auch helfen will, Arbeitsbeziehungen in die Bereiche der Politik, Wirtschaft, Naturwissenschaften und Kultur hinein herzustellen.

Die Entwicklung und das Wirken unserer Gesellschaft ist damit sowohl von den Entwicklungen in Asien selbst und ihrer Rezeption in der deutschen Öffentlichkeit als auch von den Entwicklungen im Bereich der Asienwissenschaften und der Wissenschaften im Allgemeinen beeinflusst. Das Interesse an Asien ist in der deutschen Öffentlichkeit in den letzten Jahren weiter gestiegen, wie u.a. Anfragen vor allem seitens der Medien an die Geschäftsstelle nach wissenschaftlich abgesicherten Informationen sowie die Beteiligung an den Tagungen Mai 2001 und 2003 sowie im September 2005 belegen, zu denen die DGA eingeladen hatte. In deutlichem Widerspruch dazu steht die immer noch bestehende institutionelle Bedrohung asienwissenschaftlicher Forschung und Lehre im Zuge von Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen an den Hochschulen. Die Kenntnis der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Asien wird mit der wachsenden Globalisierung immer wichtiger. Die DGA hat in den letzten zwei Jahren erfolgreich die Interessen der AsienwissenschaftlerInnen vertreten. Sie kann dies, weil sie

  • WissenschaftlerInnen aller Fachgebiete vereinigt,
  • den asienwissenschaftlichen Nachwuchs durch den Arbeitskreis DGA-Nachwuchsgruppe zu Nachwuchstagungen einlädt,
  • nicht in Konkurrenz zu anderen Gesellschaften steht, auch nicht zu denen der „traditionellen“ Asienwissenschaften,
  • mit der Zeitschrift ASIEN über ein Medium verfügt, das über alle Fachgrenzen hinweg große Verbreitung gefunden hat und
  • durch die Website www.asienkunde.de (und www.dga-ev.de) über ein Forum verfügt, das sowohl Mitglieder als auch Interessierte nutzen können und inzwischen auch den virtuellen Wissensaustausch durch ein Diskussionsforum im Mitgliederbereich fördert.

Vor diesem Hintergrund sollen nun die Entwicklung der Gesellschaft aufgezeigt und über die Arbeit der DGA berichtet werden. Da ein entscheidendes Instrument des Wirkens der DGA die Herausgabe der Zeitschrift ASIEN ist, soll dabei – wie vor zwei Jahren – der „Bericht der Redaktion ASIEN“ in die Betrachtung einbezogen werden (siehe Anhang 1).

2 Mitgliederentwicklung

Ein wesentlicher Faktor bei der Erfüllung der Aufgaben einer Fachgesellschaft ist zunächst die Entwicklung der Gesellschaft selbst. Seit 1999 steigt die Zahl der Mitglieder konstant an und erreichte Ende 2006 mit 711 Mitgliedern einen neuen Spitzenwert. In Zeiten allgemeiner Sparmaßnahmen muss diese Entwicklung – auch in finanzieller Hinsicht – als sehr positiv bewertet werden. Dieser Anstieg der Mitgliederzahlen hat ein bestimmtes Muster:

  • Die Zahl der korporativen Mitglieder ist i.W. gleich geblieben. Hierbei handelt es sich häufig um Universitätsinstitute und Firmen, was wohl darauf hindeutet, dass vor allem die Zeitschrift ASIEN für diese von Interesse geblieben und nicht Mittelkürzungen zum Opfer gefallen ist.
  • Die Zahl der vollzahlenden Mitglieder ist in den letzten zwei Jahren leicht gesunken. Hierbei handelt es sich vor allem um WissenschaftlerInnen an den Universitäten, aber auch um an Asien Interessierte div. Sparten (z.B. Jura, Handel, Consulting, Medien, Geografie). Grund ist die Verschiebung des Verhältnisses zwischen Vollzahlern und Studierenden, das durch die Statusumstellung im Jahr 2003 sehr zu Gunsten der Vollzahler ging. Im Laufe der Zeit hat sich durch Nachweis der Immatrikulationsbescheinigungen das Verhältnis aber wieder in Richtung mehr Studierende/Doktoranden verschoben. Die Zahl der vollzahlenden Mitglieder ist immer noch sehr hoch.
  • Die Zahl der studentischen Mitglieder und der Doktoranden ist in den letzten zwei Jahren gestiegen, nachdem die Statusumstellung im Jahr 2003 zu einer Reduzierung auf ein Drittel geführt hatte. Dabei kommen inzwischen viele der Studierenden und der Doktoranden aus allen asienkundlichen Fächern und Disziplinen sowie Regionen.

Absolut gesehen hat die Statusumstellung im Juli 2003 bewirkt, dass sich der Anteil der Vollzahler erheblich erhöht hat, da viele Studierende inzwischen ihr Studium beendet haben und nun auf Vollzahler umgestellt werden konnten (s. Tabelle). Ein großer Dank gilt hier den Studierenden für ihre Kooperation, die nun auch regelmäßig ihre Immatrikulationsbescheinigung vorlegen, um weiterhin den Studierendenstatus behalten zu können. Dadurch konnten die Mitgliedsbeiträge merklich ansteigen. Sehr positiv ausgewirkt hat sich dabei die Website der DGA, die Zahl der monatlichen Besucher der Website lag im Dezember 2006 bei 8.000; in den übrigen Monaten liegt diese Zahl zwischen 7.000 und 9.500. Alle Arbeitskreise der DGA sind mit eigenen Buttons und umfangreichem Content auf der Website vertreten. Die Rubriken Asien-Links, Artikel, Lehrveranstaltungen und Asien-Wissenschaften werden am häufigsten besucht. Seit Einrichtung der Online-Beitrittsmöglichkeit gab es knapp 400 Mitgliedsanträge über die Website. Neben der Website wurde seitens der Geschäftsstelle durch die Versendung von Faltblättern an die Universitätsinstitute, Auslage von Faltblättern und ASIEN-Heften auf Tagungen, Workshops und Seminaren und durch Anzeigen in den Zeitschriften des GIGA Instituts für Asien-Studien (bis Ende 2006 Instituts für Asienkunde) auf die DGA-Mitgliedschaft aufmerksam gemacht. DGA_MV_2006_Taetigkeitsbericht_2005-2006_Mitgliederentwicklung Zur finanziellen Stärke der DGA tragen neben den Mitgliedseinnahmen auch die Abonnements der Zeitschrift ASIEN bei sowie in geringer Höhe – und ausbaufähig – kostenpflichtige Anzeigen. Die Zeitschrift wird weiterhin in einer Auflage von 1.000 bis 1.100 Exemplaren gedruckt und an die Mitglieder sowie an 140 Abonnenten versandt. Über 50 Personen und Institutionen erhalten ASIEN kostenlos. Die Zahl der Abonnenten ist wieder leicht gestiegen; hier fruchtete eine Werbekampagne, die die asiatischen Botschaften in Deutschland als Zielgruppe hatte. Bei den „traditionellen“ Abonnenten, den Universitätsund Staatsbibliotheken, aber auch bei Privatpersonen scheint ASIEN als Fachorgan weiter anerkannt zu sein.

3 Aufgabenbereiche der DGA

Zu den Aufgaben einer wissenschaftlichen Gesellschaft gehört,

  • zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beizutragen,
  • zur Intensivierung des fachwissenschaftlichen Diskurses beizutragen und ihre Mitglieder durch Aufbereitung entsprechender Informationen an der fachlichen Entwicklung im eigenen Fach und in benachbarten Fächern teilhaben zu lassen (durch Tagungen, Literaturanalysen und Konferenzberichte),
  • neuere Forschungsthemen, -projekte und -ergebnisse zur Diskussion zu stellen,
  • ein Forum für den Informationsaustausch (z.B. Forum auf der Website) zu bieten,
  • die nationale und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit durch Sammlung und Verbreitung entsprechender Informationen (z.B. Fördermöglichkeiten) verbessern zu helfen,
  • die Kontakte zu anderen Wissenschaftlervereinigungen zu intensivieren und die Vertretung nach außen zu verbessern (z.B. durch die Abstimmung und Zusammenarbeit mit Wissenschaftsorganisationen).

3.1 Nachwuchsförderung

Für die Mitgliedschaft in der DGA ist kein akademischer Abschluss erforderlich wie in manchen anderen wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Dies kann an sich schon als Fördermaßnahme begriffen werden, ermöglicht es doch dem Nachwuchs, sich in die „Gemeinschaft der Wissenschaftler“ einzubringen. Dass dies für viele Studierende und DoktorandInnen attraktiv ist, zeigt sich auch daran, dass aus Studierenden Promovenden werden und diese der DGA treu bleiben, wie die Verschiebung in o.a. Statistik belegt. Darüber hinaus stellt die DGA in ASIEN und auf unserer Homepage Informationen bereit, die auch für den Nachwuchs von Interesse sind. Z.B. informieren wir regelmäßig über die Lehrveranstaltungen (LV) und Studiengänge. Die LV wurden ab Oktober 2002 erstmalig zum Download auf der Website in einer neu eingerichteten Rubrik bereit gestellt. Seit 2003 sind die LV-Angebote nur noch dort zu finden; in ASIEN werden sie nicht mehr veröffentlicht. Auf der Homepage haben wir außerdem unter dem Punkt „Asienwissenschaften“ Links zu den Websites der asienkundlichen Seminare sowie zu Instituten und anderen forschungsrelevanten Einrichtungen aufgelistet. Eine Liste von Stipendien- und Praktikumsmöglichkeiten für China ist auf unserer Homepage zu finden, Links zu entsprechenden Informationen für Japan und Korea sowie zum DAAD werden dort genannt. Die Beiträge aus ASIEN, die sich mit Hinweisen auf die Nutzung des Internets beschäftigen, wurden auch auf unserer Homepage als „ASIEN-Texte“ eingestellt. Bisher waren dies vor allem Texte zu Südostasien, die dankenswerterweise von Dr. Wischermann und Dr. Sander organisiert wurden. In Nachfolge der Nachwuchstagungen junger Asienwissenschaftler des Ost-West-Kollegs in Brühl veranstaltete die Akademie für Politische Bildung Tutzing in Kooperation mit der Bundeszentrale für Politische Bildung in Tutzing inzwischen mehrere erfolgreiche „Sommerakademien Asien“. Hier sei Dr. Saskia Hieber, Akademie für Politische Bildung Tutzing, ganz herzlich gedankt. Seit vielen Jahren beteiligt sich die DGA auch an den Tagungen für NachwuchswissenschaftlerInnen. Zunächst wurden sie bis 2003 im damaligen Ost-West-Kolleg, Brühl, durchgeführt. Eine Neuauflage wurde dank des Engagements von einigen WissenschaftlerInnen in der DGA möglich. Auf Initiative von Katja Freistein, HSFK Frankfurt/Main, und Lydia Seibel, Uni Münster, sowie mit anfänglicher Unterstützung durch Prof. Dr. Susanne Feske und Katharina Röper, beide Uni Münster, hat sich eine Nachwuchsgruppe „Asienforschung“ neu gegründet und vom 17.-19.6.2005 im Tagungszentrum Kloster Höchst die erste Nachwuchstagung abgehalten. Lydia Seibel und Katja Freistein waren maßgeblich an der Organisation beteiligt und wurden als Sprecherinnen gewählt. An der Tagung nahm neben den 40 TN die GFin teil und stellte die DGA und ASIEN vor. Viele TN sind bereits Mitglieder der DGA; ca. 20 TN stellten ihre Forschungsprojekte in Kurzreferaten vor. Kooperationen zwischen beiden Nachwuchsgruppen sind angedacht. sechs Panels stellten NachwuchswissenschaftlerInnen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen ihre Forschungsprojekte vor. Wie auch im Jahr davor war die Atmosphäre arbeitsintensiv und Gewinn bringend, der Rahmen bot aber auch entspannende Abendrunden. Allen Beteiligten sei für ihr Engagement ganz herzlich gedankt. Die Nachwuchsgruppe „Asienforschung“ hat sich der DGA als Arbeitskreis angegliedert und hat inzwischen gut 35 Mitglieder. Für 2007 ist ein Workshop der Nachwuchsgruppe zum Thema „Wissenschaftliches Publizieren“ angedacht; die nächste Nachwuchstagung soll im Jahr 2008 stattfinden.

3.2 Förderung des fachwissenschaftlichen Diskurses

Genuine Aufgabe einer Fachgesellschaft ist, die Mitglieder an der fachlichen Entwicklung im eigenen Fach und in benachbarten Fächern teilhaben zu lassen. Dies hat die Geschäftsstelle auf verschiedenen Wegen umsetzen können: An erster Stelle ist hier natürlich wieder die Zeitschrift ASIEN zu nennen. Ein Blick auf die Autorenliste eines jeden Heftes zeigt den großen Kreis der einbezogenen Wissenschaftler. In erster Linie ging es der Redaktion darum, diesen Kreis zu erweitern, die Qualität der Zeitschrift zu steigern, mehr englischsprachige Artikel einzuwerben und ASIEN international sichtbarer zu machen und zu profilieren. Allerdings muss die im Berichtszeitraum schlechte wissenschaftliche Qualität vieler eingereichter Manuskripte für ASIEN bemängelt werden. Ca. 90% der im double-blind-referee-Verfahren an Gutachter geschickten Beiträge erhielten ablehnende Gutachten, obwohl im Vorwege bereits selektiert wurde.

  • Das Bemühen wurde fortgesetzt, durch die thematische Gruppierung von Beiträgen den besonderen Charakter der „Asien“-Zeitschrift stärker zur Geltung kommen zu lassen. Für das Oktober-Heft 2005 galt dies für den Themenschwerpunkt Indische Union, für das April-Heft 2006 für den Themenschwerpunkt „The State of Political Reform in Contemporary China“ und für das Juli-Heft 2006, die 100. Jubiläumsausgabe, für den Themenschwerpunkt „Reflections on Asia in the 21st Century“.
  • Auf Anregung des Vorstandsvorsitzenden wurde in der Oktober-Ausgabe 2004 erstmals ein Editorial publiziert, welches das Editorial Board seitdem rotierend verfasst bzw. bei Bedarf den guest editors überlässt.
  • Die Redaktion konnte im Berichtszeitraum die Rubrik „Asien aktuell“ etablieren: Eine Rubrik, die kurze wissenschaftliche Analysen zu einem zeitnahen, aktuellen Thema aufnimmt, die nicht das Gutachterverfahren durchlaufen (können).
  • Zu nennen sind weiter vor allem Konferenzberichte, Buchrezensionen, Projektberichte, Konferenzankündigungen — Informationen, die von der Redaktion aktiv gesammelt werden und bewusst einen breiten Raum in der Zeitschrift einnehmen. Erreicht wurde im Berichtszeitraum auch eine breitere Streuung und Vielfalt der Themen und fast alle Asien-Regionen konnten im Berichtszeitraum abgedeckt werden.
  • Auch die schon erwähnten Beiträge zur Bedeutung des Internets für die Asienwissenschaften sind als Hilfestellung für Asienwissenschaftler gedacht.

Als zweites ist die Installierung eines dritten Arbeitskreises innerhalb der DGA zu nennen:

  • Am 10. Juni 2006 gründete sich in Hamburg der Arbeitskreis „Neuzeitliches Südasien“ innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde e.V. Er widmet sich den Belangen von Forschung, Lehre, Organisation, Beratung, Fachinteressenwahrnehmung und Darstellung im Zusammenhang der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem neuzeitlichen Südasien. Der Einsicht folgend, dass die zu berücksichtigenden zeitlichen und räumlichen Dimensionen und die Heterogenität der Region eine adäquate wissenschaftliche Durchdringung durch nur eine Disziplin ausschließen, ist er interdisziplinär.
  • Prof. Dr. Rahul Peter Das, Universität Halle, war maßgeblich und dankenswerterweise an der Organisation und Gründung beteiligt und wurde neben Dr. Jona Aravind Dohrmann und Prof. Dr. Martina Ghosh-Schellhorn in den Sprecherrat des Arbeitskreises gewählt. Der Arbeitskreis „Neuzeitliches Südasien“ hat inzwischen gut 30 Mitglieder.

Neben der Zeitschrift ASIEN spielen für den fachwissenschaftlichen Diskurs drittens Tagungen eine wichtige Rolle: Zu nennen sind hier natürlich zuerst die eigenen Tagungen, die die DGA alle zwei Jahre im Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung durchführt. Dabei findet der Vorstand stets Themen, die erstens aktuell sind, zweitens ganz Asien betreffen und drittens über die Asienwissenschaft hinaus auch andere an Asien Interessierte ansprechen. Vor zwei Jahren hatte der Vorstand das Thema „Regionale politische und wirtschaftliche Kooperation in Asien“ gewählt. Die Tagung, die mit einer keynote speech des Resident Director General, Philippe Bénédic, European Representative Office, Asian Development Bank, FFM, eröffnet worden war, war mit ca. 120 Teilnehmenden gut besucht. Ihre Durchführung wurde — wie auch in diesem Jahr — durch die freundliche und maßgebliche Unterstützung des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin, des IFA und des OAV Hamburg ermöglicht. Darüber hinaus lädt die DGA ihre Mitglieder in den Jahren zwischen den Mitgliederversammlungen zu Tagungen des Instituts für Asienkunde ein. Am 16. Oktober 2006 lautete das Thema der regulären IfATagung „China und Indien — Partner oder Konkurrenten?“, die in Zusammenarbeit mit dem APA und dem DIHK in Berlin veranstaltet wurde. Diese Tagung war mit 150 Teilnehmenden sehr gut besucht. DGAMitglieder hatten z.T. Vorträge übernommen und nahmen die Gelegenheit zu wissenschaftlichen Fachgesprächen wahr. Der sechste Workshop des ASC (Arbeitskreis für sozialwissenschaftliche Chinaforschung), der sich 2000 innerhalb der DGA gegründet hatte und inzwischen über 45 Mitglieder hat, fand vom 16. bis 17. November 2006 in Kooperation mit der Universität zu Köln auf Schloss Wahn statt. Als „First International Workshop“ wurde das Programm komplett auf Englisch ausgetragen. Der dritte Workshop fand im Rahmen der DGA-Tagung im Mai 2003, der vierte Workshop im Januar 2004 und der fünfte Workshop im Januar 2005 in Brühl statt. Der ASC arbeitet am Beispiel „China“ an der methodischen Grundlegung der so genannten „area studies“ (Regionalwissenschaften) und fragt in diesem Zusammenhang auch nach der Relevanz wissenschaftlicher Einsichten für die praktische Auseinandersetzung mit China. Die Beiträge untersuchten unter Verwendung von theoretischen Ansätzen der Sozial-, Politik-, Wirtschaftsund Rechtswissenschaften Fragestellungen zum modernen China. Die Programmatik und ein Aufnahmeformular ebenso wie die Berichte der Tagungen des ASC sind auf der Homepage der DGA unter http://www.asienkunde.de/arbeitskreise/index.html zu finden.

3.3 Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs

Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist die Gesellschaft bisher nur in geringem Maße aktiv geworden. Hervorzuheben ist die 100. Ausgabe von ASIEN, die im Juli 2006 erschien. Internationale Persönlichkeiten und Mitglieder des International Boards der DGA haben auf Einladung durch die GFin Christine Berg und den Editor Dr. Günter Schucher mit 14 Essays zum Leitthema „Reflections on Asia in the 21st Century“ ASIEN 100 zu einem außergewöhnlichen Sonderheft gemacht. Dankenswerterweise haben 13 Contributors ihre Festartikel auf Englisch verfasst. Ansätze zum Zeitschriftentausch mit internationalen Asienfachgesellschaften sind vorhanden, müssten bei Zeit aber weiter ausgebaut und Kontakte mit Asienwissenschaftlern hier geknüpft werden. Bemühungen um mehr englischsprachige Aufsätze in ASIEN wurden fortgesetzt. Problematisch sind hier allerdings die Lektoratstätigkeit und das Einwerben englischsprachiger Aufsätze. In allen sechs ASIENAusgaben im Berichtszeitraum gab es erfreulicherweise englischsprachige (Spitzen-)Beiträge, die wiss. Beiträge der Ausgaben 99 und 100 waren vollständig in Englisch verfasst: „The State of Political Reform in Contemporary China“, „Reflections on Asia in the 21st Century“. Auf der Website wurde zum Januar 2003 eine Rubrik mit „english articles“ eingerichtet. Englischsprachige Aufsätze können hier im Volltext heruntergeladen werden, was der Internationalisierung und besseren internationalen Wahrnehmung dienen soll. Die englischsprachige Jubiläumsausgabe ASIEN 100 ist vollständig eingestellt. Vorgesehen ist die weitere Profilierung von ASIEN dergestalt, dass die Zeitschrift in internationalen Indizes wie dem ISI Web of Science (http://scientific.thomson.com/) erscheint. Der Vorstand ist sich darüber einig, dass die Aufnahme(n) ein Merkmal für die hohe Qualität von ASIEN wäre(n) und internationale Spitzenbeiträge einbringen würde(n). Die DGA muss versuchen, mit ASIEN in internationale Indizes aufgenommen zu werden.

3.4 Vertretung des Faches, Öffentlichkeitsarbeit

Die Vertretung des Faches gegenüber der Öffentlichkeit erfolgt durch die DGA derzeit noch nicht systematisch, erste Ansätze liegen in folgenden Bereichen: Die GFin Christine Berg stellte sicher, dass Ankündigungen für die DGA-Tagung vom 16.-17.9.2005 in verschiedenen Newslettern (z.B. EIAS, JDZB) und auf Websites (z.B. APW, IIAS) publiziert wurden. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des IFA am Mittwoch, dem 5. April 2006, lud der Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Bürgermeister Ole von Beust Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den Feierlichkeiten in die Landesvertretung Hamburg in Berlin ein. Viele DGAMitglieder nahmen die Gelegenheit zu informellen Fachgesprächen wahr. Auf dem Gründungstreffen des neuen DGA-Arbeitskreises „Neuzeitliches Südasien“ am 10. Juni 2006 in Hamburg nahm die GFin Christine Berg teil und stellte die DGA und ASIEN vor. Der AK widmet sich den Belangen von Forschung, Lehre, Organisation, Beratung, Fachinteressenwahrnehmung und Darstellung im Zusammenhang der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem neuzeitlichen Südasien. Die GFin Christine Berg nahm als TN am 18.11.2006 am 4. Südasientag im Asien-Afrika-Institut an der Uni Hamburg teil, um sich über das Thema „Die Zukunft Südasiens – welche Rolle spielt die SAARC“ für die DGA und ASIEN zu informieren und Kontakte zu diplomatischen Vertretern und Wissenschaftlern der Region zu knüpfen. DGA-Mitglieder nahmen die Gelegenheit zu wissenschaftlichen Fachgesprächen wahr. Auf der zweiten Nachwuchstagung der DGA-Nachwuchsgruppe „Asienforschung“ – organisiert von Katja Freistein und Lydia Seibel – vom 8.-10.12.2006 im Tagungszentrum Schloss Buchenau nahm die GFin Christine Berg teil und stellte die DGA und ASIEN vor. Auf der Vorstandssitzung der DGA am 9. Juni 2006 wurde angeregt, auf der Website einen neuen Button aufzunehmen, unter dem Positionspapiere, Erklärungen und Pressemitteilungen der DGA öffentlichkeitswirksam abrufbar sind. Dies konnte umgesetzt werden, um der DGA ein Forum zur Debattenführung und Positionierung in den Asienwissenschaften zu geben. Die in den letzten ASIEN-Ausgaben publizierten Erklärungen und Stellungnahmen wurden dort ebenfalls eingestellt. Mit dem Asienhaus Essen besteht seit 2004 eine enge Kooperation in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit: Ankündigungen aller ASIEN-Zeitschriften und Tagungen werden im Austausch jeweils an Interessierte weitergeleitet, um einen möglichst großen Kreis von an Asien Interessierten zu erreichen. Erwähnt werden sollten auch die Intensivkurse für Chinesisch, Japanisch, Hindi, Vietnamesisch und Indonesisch an der Universität Hamburg, an deren Durchführung sich die DGA beteiligt. Viele Kursteilnehmende erhalten erstmalig einen Einblick in asiatische Sprachen und in den wissenschaftlichen Umgang mit Sprache und Literatur. Viele Mitglieder der DGA sind auch in anderen regionaloder länderspezifischen Gesellschaften tätig. Diese Entwicklung kann und will die DGA nicht zurückdrehen, vielmehr sieht sie es als ihre Aufgabe an, die Kontakte über die Fachgrenzen hinaus herzustellen und zu verbessern. Darum wurde ein Sonderteil in ASIEN eingerichtet, in dem über die Aktivitäten dieser Gesellschaften berichtet wird. Die Redaktion hat etliche Gesellschaften sukzessive neu aufgenommen und z.B. Angaben zu Adressen und Vorstand eingepflegt. Dies gilt vor allem für europäische, aber auch US-amerikanische und australische sowie neuseeländische Asien-Fachgesellschaften. Die Gesellschaften dieser „gelben Seiten“, die zweimal im Jahr erscheinen, sind auch auf der Homepage eingestellt.

4 Zur finanziellen Lage der DGA

Die finanzielle Lage der DGA war bis Ende 2001 nicht unbedingt beruhigend, da das Polster relativ klein geworden war, Spenden ausblieben und die Rücklagen durch die Kosten für die ASIEN-Hefte, die regelmäßig sehr umfangreich waren, weiter beansprucht wurde. Seit 2002 sind die Einnahmen, vor allem die Mitgliedsbeiträge, jedoch kontinuierlich und erheblich gestiegen und die Ausgaben in verschiedenen Bereichen konnten deutlich verringert werden. Ausstehende Mitgliedsbeiträge konnten weitest gehend eingefordert werden. Die Mitgliederund Abonnentenakquise sowie die Statusumstellung der Mitglieder können als erfolgreich durchgeführt bezeichnet werden. Die erhöhten Einnahmen müssen nun zeitnah ausgegeben werden. Die GFin hofft, dass dieser Trend beibehalten werden kann, und wünscht, dass sich alle Mitglieder aktiv an der Mitgliedergewinnung beteiligen werden. Den Status für die Jahre 2005 und 2006 (mit den Vergleichszahlen für die drei Vorjahre) erläutert Dr. Günter Schucher, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGA, auf der Mitgliederversammlung.

5 Ausblick

Die Notwendigkeit einer Institution, die Informationen und Initiativen aus allen asienwissenschaftlichen Teilbereichen aufgreift und verbreitet, bereichsübergreifende Kontakte fördert und den Transfer in die Praxis verbessert, ist unbestritten. Die vorhergehenden Ausführungen zeigen, dass die DGA durchaus erfolgreich in diesem Sinne tätig gewesen ist. Eine ganze Reihe von Mitgliedern hat sich an diesen Aktivitäten auf unterschiedliche Weise engagiert beteiligt. Dafür gebührt ihnen großer Dank. Allerdings beruht vieles immer noch hauptsächlich auf den Aktivitäten der und Umsetzung durch die Geschäftsstelle. beteiligt. Die bei der letzten Mitgliederversammlung genannten Bedingungen, dass sich die DGA noch stärker als wissenschaftliche Fachgesellschaft profilieren muss, sind auch weiterhin aktuell. Die DGA muss

  • das von ihr repräsentierte fachliche Spektrum und den Organisationsgrad durch die Gewinnung weiterer Mitglieder aus allen Bereichen der Asienwissenschaften, am besten durch die Mitglieder selbst, erweitern;
  • die Aktivitäten aller Organe der DGA weiter erhöhen; insbesondere für die Vorbereitung der nächsten Tagung;
  • und die finanziellen Grundlagen stabil halten, umso mehr, als dass eventuell höhere Kosten für Veränderungen seitens des genutzten Raumes (= Geschäftsstelle) auf die DGA zukommen können.

Der Vorstand diskutierte auf seiner Sitzung vom 9. Juni 2006 über die Aufnahme von ASIEN in internationale Indices. Er ist sich darüber einig, dass die Aufnahme(n) ein Merkmal für die hohe Qualität von ASIEN wäre(n) und internationale Spitzenbeiträge einbringen würde(n). Die DGA muss versuchen, in diese Indices aufgenommen zu werden. Mitglieder des Vorstands, der Beiräte und des International Boards müssen sich zukünftig sehr intensiv damit befassen, wissenschaftlich hoch qualitative Beiträge einzufordern und ASIEN international bekannter zu machen.

Anhang

Anhang 1: Die Zeitschrift ASIEN Anhang 2: Vorstandssitzungen Anhang 3: Tagungen Anhang 4: Durchführung von Japanisch-, Chinesisch-, Hindi-, Vietnamesisch- und Indonesisch-Intensivkursen

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