DGA Aktuell

Tätigkeitsbericht für die Jahre 2007-2009

Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung für die Jahre 2007 bis 2009

Einleitung

Die Deutsche Gesellschaft für Asienkunde, die nunmehr seit über 40 Jahren besteht, hat sich von den Anfängen als Förderer und „Koordinierer“ der Ostasienwissenschaftler zu einer wissenschaftliche Fachgesellschaft für alle Bereiche der regionalwissenschaftlichen Asienforschung entwickelt. Sie will nicht nur wissenschaftliche Studien über das gegenwärtige Asien fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit über Asien informieren; und sie will nicht nur AsienwissenschaftlerInnen in ihrer Arbeit unterstützen und wissenschaftliche Kontakte über Fächergrenzen hinweg ermöglichen, sondern auch helfen, Arbeitsbeziehungen in die Bereiche der Politik, Wirtschaft, Naturwissenschaften und Kultur hinein herzustellen. Die Entwicklung und das Wirken unserer Gesellschaft ist damit sowohl von den Entwicklungen in Asien selbst und ihrer Rezeption in der deutschen Öffentlichkeit als auch von den Entwicklungen im Bereich der Asienwissenschaften und der Wissenschaften im Allgemeinen beeinflusst. Das Interesse an Asien in der deutschen Öffentlichkeit ist auch in den letzten zwei Jahren weiter gestiegen und dies betrifft nicht nur das aufstrebende China, sondern auch andere Länder der Region, nicht zuletzt Indien. Die Kenntnis der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Asien wird mit der wachsenden Globalisierung immer wichtiger. Die DGA hat in den letzten zwei Jahren erfolgreich die Interessen der AsienwissenschaftlerInnen vertreten. Sie kann dies, weil sie

  • WissenschaftlerInnen aller Fachgebiete vereinigt,
  • Arbeitskreise zur Sozialwissenschaftlichen Chinaforschung und zu Südasien gebildet hat,
  • den asienwissenschaftlichen Nachwuchs im Arbeitskreis DGA-Nachwuchsgruppe organisiert,
  • mit anderen Gesellschaften im Bereich Asien kooperiert,
  • als Ansprechpartner für Asien sowohl für wissenschaftliche Institutionen als auch für Politik und Wirtschaft zur Verfügung steht,
  • mit der Zeitschrift ASIEN über ein Medium verfügt, das über alle Fachgrenzen hinweg große Verbreitung gefunden hat und
  • durch die Website www.asienkunde.de (und www.dga-ev.de) über ein Forum verfügt, das sowohl Mitglieder als auch Interessierte nutzen können.

Vor diesem Hintergrund sollen nun die Entwicklung der Gesellschaft aufgezeigt und über die Arbeit der DGA berichtet werden. Da ein entscheidendes Instrument des Wirkens der DGA die Herausgabe der Zeitschrift ASIEN ist, soll dabei der „Bericht der Redaktion ASIEN“ in die Betrachtung einbezogen werden. Vor der detaillierteren Darstellung soll allerdings noch einmal Frau Berg gedankt werden, die seit April 2001 Geschäftsführerin der DGA und Editorial Manager der Zeitschrift ASIEN gewesen ist und am 30. Juni 2007 diese Tätigkeit auf eigenen Wunsch aufgab.

1 Mitgliederentwicklung

Ein wesentlicher Faktor bei der Erfüllung der Aufgaben einer Fachgesellschaft ist zunächst die Entwicklung der Gesellschaft selbst, die zugleich Anhaltspunkt für die Attraktivität der Gesellschaft unter Asieninteressierten ist. Seit Anfang der 90erJahre steigt die Zahl der Mitglieder – unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen — kontinuierlich an. Ende 2008 wurde 756 Mitglieder verzeichnet (711 waren es Ende 2006), darunter 481 vollzahlende und 20 korporative Mitglieder sowie 123 Studierende und 121 Doktoranden mit reduzierten Beiträgen. Während die Zahl der korporativen Mitglieder seit langem mehr oder weniger gleich bleibt, ist die Zahl der Vollzahler gegenüber 2006 (525) gesunken, die der Studierenden und Doktoranden (2006 = 69 bzw. 91) erheblich gestiegen. Die Entwicklung zeigt, dass die DGA die wissenschaftlichen Nachwuchs viel zu bieten hat – die Nachwuchsgruppe dürfte hier messbaren Anteil haben. Allerdings sollte darüber nicht vernachlässigt werden, auch unter den beruflich etablierten Asieninteressierten um Mitglieder zu werben. Auch dürfte es wieder an der Zeit sein, bei den Studierenden und Doktoranden anzufragen, ob sie nicht inzwischen ihr Studium abgeschlossen haben und in den Kreis der Vollzahler aufgenommen werden möchten. Eine detailliertere statistische Aufschlüsselung der Mitglieder im Dezember 2008 ergibt folgendes Bild:

DGA_MV_2009_Taetigkeitsbericht_2007-2009_Mitgliederentwicklung DGA_MV_2009_Taetigkeitsbericht_2007-2009_Arbeitskreise

Einige Veränderungen hat es in der Mitgliederverwaltung gegeben: Um die Effizienz in der ohnehin nur gering ausgestatteten Geschäftsstelle zu erhöhen und um Kosten zu sparen, wurde die verstärkte Nutzung elektronischer Medien in der Verwaltung vorangetrieben. Die Einführung eines „elektronischen Wahlverfahrens“, das erstmals bei Sprecherwahlen im Arbeitskreis Südasien ausprobiert wurde, konnte so zwar nicht auf die Vorstandswahlen der DGA übernommen werden. Aber allein schon die elektronische Versendung der Unterlagen für diese Wahlen hat die Kasse der DGA erheblich entlastet. Darüber hinaus wurden erstmals in der Geschichte der DGA in der Geschäftsstelle Praktikanten angenommen, die nicht nur einen Einblick in die Arbeit erhielten, sondern z.B. auch einen großen Anteil an den vielfältigen Arbeiten beim Umbau der Homepage übernahmen. Ihnen sei an dieser Stelle recht herzlich für ihren (unentgeltlichen) Einsatz gedankt. Sehr positiv ausgewirkt auf die Mitgliederwerbung hat sich wie auch in den Vorjahren die Website der DGA, deren Nutzbarkeit durch eine übersichtlichere Neugestaltung erhöht wurde. Bei dieser Neugestaltung wurde auch das Erscheinungsbild modernisiert und vereinheitlicht. Zwar konnten – auch aus Zeit- und Kostengründen – noch nicht alle Materialien der DGA neugestaltet werden, aber bis 2010 sollen alle Materialien der DGA mit einheitlichem neuen Design, inklusive neuem Logo vorliegen. Vom Vorsitzenden angeregte Kampagnen zur Mitgliederwerbung konnten wegen der Überlastung der Geschäftsstelle bzw. aus Krankheitsgründen nicht vollständig umgesetzt werden.

2 Die Entwicklung der Zeitschrift ASIEN

Seit der letzten Mitgliederversammlung im Mai 2007 erschienen acht Hefte der Zeitschrift ASIEN, wie bisher im Abstand von drei Monaten. Der Umfang der einzelnen Hefte schwankte zwischen 150 und 180 Seiten. ASIEN ist eine wissenschaftliche Zeitschrift, aber auch Mitgliederzeitschrift. D.h., sie soll nicht nur — mit Hilfe wissenschaftlicher Beiträge — das Wissen über Asien erhöhen und verbreiten helfen, sondern zugleich auch die Kommunikation innerhalb der Asienwissenschaften in der Bundesrepublik fördern. Diesem Ziel dient neben den Konferenzberichten und Rezensionen vor allem der Forschungs- und Informationsteil. Die „gelben Seiten“, die bisher alle halbe Jahr als Informationsteil speziell für die Mitglieder im Heft enthalten waren, werden seit 2007 aus Kostengründen auf den Internetseiten der DGA präsentiert. Nur noch im Anschluss an Mitgliederversammlungen sollen der Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung für die Jahre sowie das Protokoll der Versammlung auf gelben Seiten dem Heft beigefügt werden. Während seitens der Post die Versandgebühren für ASIEN Jahr für Jahr angehoben wurden, konnten die Kosten insgesamt durch Einsparungen bei den Druckkosten (und die Nutzung des Internets) relativ stabil gehalten werden. Das Internet und vor allem ein verbesserter Web-Auftritt konnten auch für das Marketing genutzt werden. Als verbesserter Service für Interessierte wurden Beiträge der Rubrik „Neuere Literatur“ rückwirkend auf der Homepage eingestellt. Geplant ist, die Listen der Lehrveranstaltungen in eine recherchierbare Datenbank umzuwandeln. Seitdem die Rubrik der wissenschaftlichen Beiträge auf eine Referierung im double-blind-Modus umgestellt wurde, ist die Qualität der Beiträge deutlich gestiegen. Zugleich hat sich allerdings die Anzahl der publizierbaren Artikel verringert. Um dennoch die Zeitschrift regelmäßig herausbringen zu können, wurde verstärkt mit Themenheften gearbeitet und Guest-Editors für einzelne Ausgaben angeworben. Hervorzuheben sind hier im Berichtszeitraum das Heft 104 (Juli 2007), das noch von Frau Berg betreut wurde und unter der Herausgeberschaft von Frau Prof. Ingeborg Baldauf und Dr. Conrad Schetter elf Beiträge zum Thema „Identities in Afghanistan“ präsentierte. Das 210-Seiten starke Heft wurde auch finanziell von den GastEditoren unterstützt. Andere Themenhefte entstanden zu „Civil society in Asia“ (Nr. 105) – Gast-Editorin Prof. Gesine Foljanty-Jost, „Kambodschas Medien“ (Nr. 107) – Gasteditor Martin Ritter, „Transformation and Conflict in Southeast Asia“ (Nr. 109) – Gasteditoren Prof. Jos Platenkamp, Prof. Susanne Feske und Stephan Engelkamp, und „Soziale Bewegungen in Ostasien“ (Nr. 111) – Gasteditor Prof. Thomas Kern. Zu erwähnen ist auch das Heft 110 mit dem Schwerpunkt „Impacts of Rapid Social Change in Southeast Asia“. Hierbei handelte es sich um eine Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung, die die Publikation mit einer Anzeige unterstützten. Diese für beide Partner erfolgreiche Kooperation wird im Jahr 2010 mit einem neuen Themenheft fortgesetzt werden.

3 Aufgabenbereiche der DGA

Zu den Aufgaben einer wissenschaftlichen Gesellschaft gehört,

  • zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beizutragen,
  • zur Intensivierung des fachwissenschaftlichen Diskurses beizutragen und ihre Mitglieder durch Aufbereitung entsprechender Informationen an der fachlichen Entwicklung im eigenen Fach und in benachbarten Fächern teilhaben zu lassen (durch Tagungen, Literaturanalysen und Konferenzberichte),
  • neuere Forschungsthemen, -projekte und -ergebnisse zur Diskussion zu stellen,
  • ein Forum für den Informationsaustausch (z.B. Forum auf der Website) zu bieten,
  • die nationale und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit durch Sammlung und Verbreitung entsprechender Informationen (z.B. Fördermöglichkeiten) verbessern zu helfen,
  • die Kontakte zu anderen Wissenschaftlervereinigungen zu intensivieren und die Vertretung nach außen zu verbessern (z.B. durch die Abstimmung und Zusammenarbeit mit Wissenschaftsorganisationen).

3.1 Nachwuchsförderung

Für die Mitgliedschaft in der DGA ist anders als in manchen anderen wissenschaftlichen Fachgesellschaften kein akademischer Abschluss erforderlich. Diese „Fördermaßnahme“ ermöglicht es dem Nachwuchs, sich in die „Gemeinschaft der Wissenschaftler“ einzubringen und scheint, was die Mitgliederentwicklung zeigt, für viele Studierende und DoktorandInnen attraktiv zu sein. Darüber hinaus stellt die DGA in ASIEN und auf unserer Homepage Informationen bereit, die auch für den Nachwuchs von Interesse sind. Z.B. informieren wir regelmäßig über die Lehrveranstaltungen (LV) und Studiengänge. Die LV wurden ab Oktober 2002 erstmalig zum Download auf der Website in einer neu eingerichteten Rubrik bereit gestellt. Seit 2003 sind die LV-Angebote nur noch dort zu finden. Auf der Homepage haben wir außerdem unter dem Punkt „Asienwissenschaften“ Links zu den Websites der asienkundlichen Seminare sowie zu Instituten und anderen forschungsrelevanten Einrichtungen aufgelistet. Zur Förderung des Nachwuchses beteiligte sich die DGA zunächst an Nachwuchstagungen junger Asienwissenschaftler, die von Gudrun Wacker (damals BiOSt, heute SWP) und Christoph Müller-Hofstede (damals Ost-West-Kolleg) initiiert worden waren. 2005 wurde dann die Nachwuchsgruppe „Asienforschung“ in der DGA neu gegründet und vom 17.-19.6.2005 im Tagungszentrum Kloster Höchst die erste Nachwuchstagung abgehalten. Inzwischen ist die Nachwuchsgruppe der aktivste der Arbeitskreise in der DGA und tritt mit einer eigenen Homepage auf (http://www.asiennachwuchs.de/). Die Mitglieder treffen sich auf den Nachwuchstagungen und auf Workshops. Zwischen den Treffen läuft der Austausch über unseren Mitgliederverteiler und eine Newsgroup, die allen Interessierten offen steht. Vom 25. bis 27. Januar 2008 fand im Studienhaus Wiesneck in Buchenbach nahe Freiburg die dritte Tagung der DGA-Nachwuchsgruppe statt, die vierte Tagung wird am 3.–5. Juli 2009 in der Jugendherberge Bonn stattfinden. Ziel der Tagungen ist, Nachwuchswissenschaftler/innen der Asienforschung ein Forum zu geben, in dem Qualifikationsarbeiten von Experten (aus dem Kreis der DGA-Mitglieder) kommentiert und mit allen Teilnehmern diskutiert werden können. Workshops wurden zu verschiedenen Themen organisiert: „Feldforschung in Asien“ (Uni Köln, 23. — 25. November 2007), „Paper Development Workshop for Young Researchers on Contemporary Asia“ (Uni DuisburgEssen, 18.19. April 2008), „Interdisziplinarität“ (Uni Münster, Freitag, 25. April 2008), „Methoden der Qualitativen Interviewforschung“ (Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg, 22. — 24. Mai 2009).

3.2 Förderung des fachwissenschaftlichen Diskurses

Genuine Aufgabe einer Fachgesellschaft ist, die Mitglieder an der fachlichen Entwicklung im eigenen Fach und in benachbarten Fächern teilhaben zu lassen. An erster Stelle ist hier natürlich wieder die Zeitschrift ASIEN zu nennen. Ein Blick auf die Autorenliste eines jeden Heftes zeigt den großen Kreis der einbezogenen Wissenschaftler. In erster Linie ging es dem Vorstand und der Redaktion darum, diesen Kreis zu erweitern, die Qualität der Zeitschrift zu steigern, mehr englischsprachige Artikel einzuwerben und ASIEN international sichtbarer zu machen und zu profilieren. Trotz der nationalen und internationalen Konkurrenz, die durch den allgemeinen Trend zur Internationalisierung wissenschaftlicher Publikationsorgane intensiver wird, hat sich ASIEN als anerkanntes Fachorgan halten können. Dies gelang u.a. auch durch die Ansprache etablierter Forscher, als Guest Editoren wirksam zu werden. Auf Anregung des damaligen Vorstandsvorsitzenden wird seit der Oktober-Ausgabe 2004 regelmäßig ein Editorial publiziert, indem die Editoren sowie die übrigen Vorstandsmitgliedern Themen von fachwissenschaftlichem Interesse kommentieren. Die Rubrik „Asien aktuell“ bietet weiter die Möglichkeit, in kurzen wissenschaftlichen Analysen zeitnah aktuelle Ereignisse und Entwicklungen anzusprechen. Und in den Research Notes können Wissenschaftler auf erste Ergebnisse und Ansätze ihrer Forschung verweisen. Zu nennen sind weiter vor allem Konferenzberichte, Buchrezensionen, Projektberichte, Konferenzankündigungen — Informationen, die von der Redaktion aktiv gesammelt werden und bewusst einen breiten Raum in der Zeitschrift einnehmen. Erreicht wurde im Berichtszeitraum auch eine breitere Streuung und Vielfalt der Themen und fast alle Asien-Regionen konnten im Berichtszeitraum abgedeckt werden. Von großer fachwissenschaftlicher Bedeutung sind weiterhin die Arbeitskreise in der DGA. Der Arbeitskreis Sozialwissenschaftliche Chinaforschung hielt, organisiert vom Sprecher Günter Schucher, am 28. und 29.11.2008 in Hamburg einen Workshop mit dem Themenschwerpunkt „Regime Legitimacy in Contemporary China“ ab, zu dem Bruce Gilley von der Universität Princeton eingeladen worden war. Auf der anschließenden MV stimmten die Mitglieder zu, dass der ASC als Forum in der DGA erhalten bleiben und einmal pro Jahr einen Workshop durchführen soll, bei dem im kleineren Kreis intensiv Themen der Chinaforschung diskutiert werden. Gäste und Gastwissenschaftler sind willkommen und können auch aus ASC-Mitteln gezielt eingeladen werden. Die Rotation im Sprecheramt wurde befürwortet. Neuer Sprecher wurde Sebastian Heilmann (Trier). Der nächste Workshop wird am 27.-28. November 2009 in Trier stattfinden. Am 10. Juni 2006 gründete sich in Hamburg der Arbeitskreis „Neuzeitliches Südasien“ innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde e.V. Er widmet sich den Belangen von Forschung, Lehre, Organisation, Beratung, Fachinteressenwahrnehmung und Darstellung im Zusammenhang der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem neuzeitlichen Südasien. Der Einsicht folgend, dass die zu berücksichtigenden zeitlichen und räumlichen Dimensionen und die Heterogenität der Region eine adäquate wissenschaftliche Durchdringung durch nur eine Disziplin ausschließen, ist er interdisziplinär. Der Sprecherrat besteht aus Prof. Dr. Rahul Peter Das, Dr. Jona Aravind Dohrmann und Dr. habil. Christian Wagner. Bemühungen des Arbeitskreises, das früher vom Institut für Asienkunde herausgegebene Indien-Jahrbuch neu aufzulegen, konnten bisher nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Von besonderer Bedeutung für den fachwissenschaftlichen Diskurs sind die wissenschaftlichen Tagungen, die alle zwei Jahre im Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung durchgeführt werden. Die Tagung vom 10. bis 12. Mai 2007 im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin hatte das Thema „Megastädte in Asien“ (s. Anhang), die diesjährige Tagung findet statt zum Thema: „Neue Machtbalancen in Asien. Der Aufstieg Chinas und Indiens und die Folgen für Japan und Deutschland“. Über die Tagung von 2007 berichtete der Berliner Tagesspiegel am 15. Mai 2007.

3.3 Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs

Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist die Tätigkeit der Gesellschaft weiterhin noch ausbaufähig. Die Zeitschrift ASIEN ist zwar in Bibliotheken im Ausland vielfach vorhanden, kann jedoch aufgrund ihres Erscheinens überwiegend in deutscher Sprache nicht umfassend beworben werden. Dafür werden aber auf der Website seit Januar 2003 alle englischsprachigen Aufsätze im Volltext zum kostenlosen Download bereit gehalten. Und die Zahl der englischen Beiträge hat deutlich zugenommen, ganze Themenheft wurden auf Englisch erstellt: „Identities in Afghanistan“ (Nr. 104) und „Civil society in Asia“ (Nr. 105).

3.4 Vertretung des Faches, Kontakte zu anderen Organisationen, Öffentlichkeitsarbeit

Die Vertretung des Faches gegenüber der Öffentlichkeit erfolgt durch die DGA derzeit noch nicht systematisch und kann dies wohl angesichts der Vielfalt der asienkundlichen Gesellschaft auch nie werden. Dennoch ist die DGA durchaus eine der Ansprechpartner, wenn es um Belange des Faches geht. So hat bereits der frühere Vorsitzende Theo Sommer seine Stimme für den Erhalt von Fächern an deutschen Universitäten erhoben und auch unser derzeitiger Vorsitzender Peter Christian Hauswedell hat dies getan. Dabei ging es u.a. um die Abwendung der Schließung des Südasienbereichs an der Humboldt Universität in Berlin sowie um die Thaiistik an der Universität Hamburg. Im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ hielt der Vorstandsvorsitzende der DGA, Herr Hauswedell, am 4. Juli 2008 an der Universität Halle einen Vortrag zum Thema „Das Jahrhundert Asiens: Asiens politische und wirtschaftliche Bedeutung in der Weltpolitik“ und warb dort für die Arbeit der DGA. Die Veranstaltung wurde von Frau Prof. Foljanty-Jost organisiert. Mit der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung wurde eine Kooperation vereinbart. Die Geschäftsstelle der DGA übernimmt den Versand des JapanJahrbuchs und bewirbt dieses in ASIEN; dafür können die Mitglieder der DGA im Gegenzug das Jahrbuch zu vergünstigten Bedingungen erwerben.

DGA_MV_2009_Taetigkeitsbericht_2007-2009_Nutzungsstatistik_Website Zur Verbesserung des öffentlichen Auftretens haben Geschäftsführung und Vorstand an der Entwicklung eines neuen und einheitlichen Corporate Designs gearbeitet und den Webauftritt der Gesellschaft neu gestaltet. Die Seite erhielt eine modernere technische Basis (PHP), wodurch das Layout jetzt technisch vom Inhalt getrennt ist (dynamisch generierte Webseiten), was breitere Anwendungsmöglichkeiten sowie eine flexiblere und effizientere Administration bietet. Die Inhalte wurden neustrukturiert und redaktionell überarbeitet, damit übersichtlicher. Es gibt eine benutzerfreundlichere Navigation (statt 20 Hauptmenü-Schaltflächen nun neun mit Untermenüs), eine englischsprachige (Kurz)Version, ein Redesign, neue Funktionen: Integration einer Suche, Druckfunktion, systematische Verwendung von Formularen sowie diverse neue Inhalte, wie bspw. Sitemap, Mediadaten, Bibliographien. Auch die Rechtsicherheit (Impressum, Datenschutzerklärung) wurde verbessert.

3.5 Öffentliche Bildungsarbeit

Die Gesellschaft war auch in diesem Berichtszeitraum in der öffentlichen Bildungsarbeit aktiv. In Kooperation mit der DGA führte das Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg Intensivkurse für Japanisch, Hindi, Vietnamesisch und Indonesisch durch. Die Chinesisch-Kurse werden vom neu gegründeten Konfuzius-Institut veranstaltet, mit dem die DGA eng zusammenarbeitet.

4 Zur finanziellen Lage der DGA

Nachdem die finanzielle Lage der DGA bis Ende 2001 sich relativ schlecht entwickelte, Spenden ausblieben und die Rücklagen durch die Kosten für die ASIEN-Hefte, die regelmäßig sehr umfangreich waren und ständig stiegen, weiter beansprucht wurden, waren die Einnahmen seit 2002 vor allem im Mitgliederbereich kontinuierlich und erheblich gestiegen und die Ausgaben in verschiedenen Bereichen konnten deutlich verringert werden. Aber Ende 2006 hat sich dies nun wieder ins Gegenteil verkehrt. Zwar konnten die Einnahmen im Mitgliederbereich, auch dank der steigenden Mitgliederzahlen, gehalten werden, aber im Abobereich ist es zu erheblichen Ausfällen gekommen, da viele Abos, die bisher von InterNationes getragen wurden, gekündigt wurden. In den 90er-Jahren gab es noch über 100 Abos, die über InterNationes liefen, derzeit sind es noch fünf. Spenden für die DGA gibt es seit langem nicht mehr, aber es gelang wieder, einige bezahlte Anzeigen zu gewinnen. Zugleich stiegen die Ausgaben wieder an, wofür neben steigenden Preisen vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend waren: Zum einen konnte das Institut für Asienkunde nach der Überführung in das GIGA Institut für Asien-Studien die DGA nicht mehr s unterstützen wie bisher (obwohl auch immer noch im Sachmittelbereich oder bei den Mietkosten erhebliche Unterstützung erfolgt); zum anderen stiegen die Personalkosten, u.a. durch die Mehraufgaben (vor allem bei der Homepage-/Öffentlichkeitsarbeit) sowie vor allem durch die steuerpflichtige Beschäftigung des Geschäftsführers. Auch die Unterstützung der sehr aktiven Arbeitskreise, vor allem der Nachwuchsgruppe, bedeutete neue Kostenstellen. Zwar wurde auch weiterhin intensiv daran gearbeitet, Arbeitsgänge zu vereinfachen und Mittel effektiver zu nutzen (so konnten die Herstellungskosten für ASIEN z.B. gesenkt werden), aber infolge der beschriebenen Entwicklung, konnte schon 2007 kein Überschuss mehr erwirtschaftet werden und die Jahre 2008 und 2009 wurden mit Defizit abgeschlossen. Die Rücklagen der DGA sind somit wieder geschmolzen.

5 Geschäftsabläufe

Die ersten Monate der neuen Geschäftsführung waren geprägt durch die Einarbeitung in die verschiedenen Arbeitsfelder der Gesellschaft, das erste Kennenlernen und Abstimmen mit Vorstand, Beiräten und Mitgliedern sowie den Aufbau einer auf die persönliche Arbeitsweise abgestimmten technischen und inhaltlichen Infrastruktur. Neben dem laufenden Geschäftsbetrieb wurden erste Modernisierungen vollzogen: Verbesserung der Datensicherung, Einbindung in das Netzwerk des GIGA-Instituts für Asien-Studien, Migration und Einrichtung eines neuen PC´s mit neuer Software, Über- und Neuerarbeitung der Vorlagensysteme, Neurelease der Mitglieder-Datenbank, Einrichtung eines neuen Banking-Verfahrens (HBCI), Aufbau diverser Datenbanken, Umgestaltung und Dokumentation von Arbeitsabläufen u.a. Persönliche strategische Zielsetzung des Geschäftsführers ist die möglichst breite Mitgliedereinbindung und viele interne Kontakte. Indikatoren für das Erreichen dieses Ziele könnten die Mailkontakte sowie Briefund Buchsendungen sein:

Tabelle

6 Ausblick

Die Notwendigkeit einer Institution, die Informationen und Initiativen aus allen asienwissenschaftlichen Teilbereichen aufgreift und verbreitet, bereichsübergreifende Kontakte fördert und den Transfer in die Praxis verbessert, ist unbestritten. Die vorhergehenden Ausführungen zeigen, dass die DGA durchaus erfolgreich in diesem Sinne tätig gewesen ist. Eine ganze Reihe von Mitgliedern hat sich an diesen Aktivitäten auf unterschiedliche Weise engagiert beteiligt. Dafür gebührt ihnen großer Dank. Allerdings beruht vieles immer noch hauptsächlich auf den Aktivitäten der und Umsetzung durch die Geschäftsstelle. Die bei der letzten Mitgliederversammlung genannten Bedingungen, dass sich die DGA noch stärker als wissenschaftliche Fachgesellschaft profilieren muss, sind auch weiterhin aktuell. Die DGA muss

  • das von ihr repräsentierte fachliche Spektrum und den Organisationsgrad durch die Gewinnung weiterer Mitglieder aus allen Bereichen der Asienwissenschaften, am besten durch die Mitglieder selbst, erweitern;
  • die Aktivitäten aller Organe der DGA weiter erhöhen; insbesondere für die
  • Vorbereitung der nächsten Tagung;
  • und die finanziellen Grundlagen stabil halten.

Die Mitglieder des Vorstands, der Beiräte und des International Boards sind aufgerufen, sich diesen Aufgaben zu widmen.

Anhang

Anhang 1: Vorstandssitzungen

Anhang 2: Tagungen

0